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Kielce, das Herz des Heiligkreizgebirges

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Rund um die Kielcer Messegesellschaft: Kielce als starkes Wirtschaftszentrum, die Chance zum Praktikum und ein deutscher Honorarkonsul

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Kino Moskwa: ein polnisches Kino, ein russischer Name, deutsche Filme

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Freiwilligendienst in Kielce: Helfen kann jeder – ein Interview mit Magdalena Gwóźdź, der Koordinatorin des Regionalen Freiwilligendienst-Zentrums

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Fußball in Kielce – eine deutsch-polnische Geschichte

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Studium in Kielce

Studieren in Kielce zahlt sich aus

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Kielce, das Herz des Heiligkreuzgebirges

Kielce ist ein regionales, wirtschaftliches und vor allem ein kulturelles Zentrum. Wir finden: Kielce ist einfach sehenswert!

Wir haben die Stadt mit einem Reiseleiter besucht. Nur erfahrene Reiseleiter können diese Stadt so schön darstellen, wie sie es verdient. Wir haben mit einem lizenzierten Reiseleiter der Provinz Świętokrzyskie ein Interview durchgeführt. Er widmet sich mit Leidenschaft und großem Engagement seiner Arbeit. Er ist seit seiner Kindheit durch die Berge gewandert. Bereits als junger Teenager träumte er von der Arbeit in den Bergen: „Die Arbeit als Reiseleiter war für mich ein Volltreffer.“

Es ist nicht leicht, Reiseleiter zu werden. Zunächst muss man einen mindestens einjährigen Fachkurs absolvieren und dann die Prüfung vor dem Ausschuss des Marschalls der Region bestehen. Die Prüfung ist zweiteilig, sie besteht aus einem theoretischen Teil (schriftlich und mündlich) und einem praktischen Teil (eine zweitägige Reise, bei der die Prüfer alle Führungsfähigkeiten vor Ort überprüfen). Wenn man sich aber seit vielen Jahren mit dem Gebiet der Swietokrzyskie-Berge beschäftigt, in den Bergen und in der Region lebt, wird man keine große Probleme haben, ein leidenschaftlicher Reiseleiter mit Berufung zu werden. Wenn man jedoch keine Leidenschaft hat und den Kurs nur mitmacht, um beispielsweise seine Kompetenzen „auf dem Papier“ zu erhöhen, wird man es schwer haben. Der Reiseleiterberuf ist nicht für jeden geeignet, denn die Leidenschaft und das soziale Talent des Reiseleiters im Kontakt mit Touristen können nicht in Kursen unterrichtet werden.

Wir haben auch ,unseren‘ Reiseleiter gefragt, was ist das Schwierigste bei seiner Arbeit ist. Er empfindet als größtes Problem, dass die Veranstalter und die Touristen oft überhaupt keine Vorinformationen über die Region haben: „Vor allem in einer großen Schülergruppe ist es oft schwierig, auf alle aufzupassen. Ich erinnere mich an eine Wanderung, bei der Kinder mit Stöcken im Boden gegraben und dabei ein Wespennest beschädigt haben. Die größte Herausforderung bestand darin, die Panik zu beherrschen und die Kinder, die in verschiedene Richtungen geflohen waren, zu beruhigen.“

Das Hauptthema des Gesprächs waren aber die Sehenswürdigkeiten in Kielce.

In Kielce und der Umgebung gibt es viele interessante Orte zu empfehlen. Der Reiseleiter sagte uns: „Wir haben viele berühmte und quasi überall beschriebene Attraktionen. Diejenigen, die eine Bergwanderung unternehmen möchten, lade ich herzlich auf die Wanderwege des Świętokrzyskie-Gebirges ein, wo Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind, wunderschöne Natur und Ruhe herrscht. Ein großartiger Ort für die Wanderungen ist auch unsere Kadzielnia, ein Naturmonument mitten in der Stadt Kielce.“

Er empfiehlt den Radfahrern die tendenziell eher schwere Fahrradroute in der Łódzka Straße und für noch anspruchsvollere Radfahrer die Strecke von Kielce zum Waldstadion Leśny, einem Park- und Waldkomplex im südlichen Teil von Kielce nahe Pakosz und Baranów. Personen, die sich für die Geschichte interessieren, rät er, den Palast des Bischofes aus Krakau, der Zieliński-Palast und die Dombasilika zu besuchen.

Ja, in Kielce gibt es viele interessante Denkmäler. Wir haben uns entschieden, die Bewohner zu fragen, welche Orte ihrer Meinung nach besonders sehenswert sind. Unter den aufgeführten Orten sind ebenfalls der Krakauer Bischofspalast, der Zieliński-Palast, die Dombasilika der Heiligen Jungfrau Maria, die Kadzielnia sowie zudem die Kirche von heilige Wojciech, die evangelische Kirche, das Rathaus, der Stadtpark und die Promenade in der Henryka Sienkiewicza Straße.

Der Krakauer Bischofspalast in Kielce

Der Krakauer Bischofspalast in Kielce, der sich auf dem Schlossplatz 1 befindet, ist ein prächtiger Palast aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, eines der wertvollsten Beispiele der polnischen Residenz aus der Vasa-Zeit. Heute befindet sich dort das Nationalmuseum. Ein besondere Bedeutung hatte der Bischofspalast in der Zeit des Nordischen Krieges, als der schwedische König Karl XII hier untergebracht war. Ebenso wichtig: Während des Ersten Weltkrieges wohnte hier für eine gewisse Zeit der Marschall Józef Piłsudski. Wir haben die Besucher gefragt, was sie von diesem Palast halten.

,,Ich empfehle ihn allen Besuchern von Kielce. Der Bischofspalast hat den Krieg überstanden und ist in seinem ursprünglichen Zustand ein Denkmal. Es ist für Kielce, was der Wawel für Krakau ist, mit wunderschönem Interieur und interessanter Geschichte.‘‘ (Kinga)

,,Dies ist das wichtigste Denkmal in Kielce. Der stattliche barocke Palast der Krakauer Bischöfe, der sich auf dem Burgberg befindet, präsentiert sich tagsüber schön. Aber den größten Eindruck hat der Palast bei mir in der Nacht gemacht, weil er wunderbar beleuchtet ist.‘‘ (Kazimierz)

,,Ich interessiere mich sehr für Malerei, deshalb hat mich eine Bildergalerie sehr beeindruckt. Am meisten hat mir das Porträt eines Mädchens in rotem Kleid gefallen, das von Józef Pankiewicz gemalt wurde.“ (Katarzyna)

Zieliński-Palast

Der Zieliński-Palast ist eines der wertvollsten Denkmäler der Stadt. Er befindet sich in der ul. Zamkowa 5, im Stadtzentrum in der Nähe des Stadtparks. Der Palastes hat einen eindrucksvollen Konzertsaal, dazu einen Clubraum, einen Porträtraum, ein Café, eine Bibliothek sowie zwei Türme und eine Orangerie. Um das Schloss herum gibt es einen Garten, in dem sich ein bedachter Brunnen, eine Gedenksäule und im Sommer ein Café unter Sonnenschirmen befindet.Der Palast verdankt seinen Namen Tomasz Zieliński, der ihn in den Jahren 1847-1858 von der Regierung gepachtet und in einen Gartenkomplex umgewandelt hat. Während seines Aufenthaltes integrierte er ein Museum und ein Patronatszentrum für Künstler in den Palast. Hier beherbergte er bekannte Maler: Józef Szermentowski, Jan Suchodolski, Wojciech Gerson und Franciszek Kostrzewski. Seit 1985 finden hier Ausstellungen, Konzerte und Treffen mit Menschen aus Kunst, Wissenschaft und Politik statt.

,,Wenn ich meinen Lieblingssommergarten auswählen müsste, ist der im Palace die Nummer eins. Nahe zum Zentrum (aber nicht zu nah), etwas isoliert (aber nicht von der Welt abgeschnitten), schöne Auswahl an Bier. ‚‘ (Kamil)

,,Seit 2002 wohne ich in Kielce und der Palast war aufgrund des Gartens geeigneter Trinkort für den Sommer. Wenn Du Kinder hast, gibt es dort viel Platz zum Laufen, während die Eltern etwas trinken können. eine weitere Attraktion ist Live-Musik.‘‘ (Stanisław)

Die Basilika der Heiligen Jungfrau Maria

Die Basilika der Heiligen Jungfrau Maria stammt aus dem 12. Jahrhundert. Damals war es eine kleine romanische Kirche. Durch viele Umbauten änderte sie ihren Charakter vollkommen. Heute sehe wir eine frühbarocke dreischiffige Basilika mit rechteckigem Grundriss. Der barocke Hauptaltar besteht aus vergoldetem Holz. Gegenüber des Glockenturms, an der Nordmauer, befindet sich im ummauerten Portal der Kirche eine Marmortafel – ein einzigartiges Monument aus der Zeit der Aufklärung. Sie wurde 1782 von Primas Michał Poniatowski veranlasst. Die Tafel fungierte als Fibel und als Maß für Längenmaße, für die polnische Längen-, Gewichts- und Flächeneinheiten, sie stellt gleichzeitig das Grundmuster des Längenmaßes, den Kronenbogen dar. Pariser und Englischen Maße wurde ebenso eingearbeitet wie Buchstaben des Alphabets.

„Wunderschöne Architektur – ich empfehle diesen Ort von ganzem Herzen!“ (Marta)

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt ist die zentrale Kirche in Kielce. Was mich neugierig machte, war die Tafel mit den Ziffern und Buchstaben, den wichtigsten Skalen, die vor Jahrhunderten verwendet wurden.‘‘ (Marian)

Kadzielnia

Die Kadzielnia ist ein unbewohntes Naturschutzgebiet mit dem Kadzielnia-Hügel (295 M. ü. d. M.). Sie liegt inmitten der Stadt, zwischen der Krakowskastraße, der Gagarina-Straße, der Pakosz-Straße und der Allee der Legionen. Die Kadzielnia ist äußerst interessant, da sieaus Kalkstein mit Kalkadern besteht, in denen zahlreiche Fossilien von Meerestieren erhalten wurden. Das Reservat weist die größte Ansammlung von Höhlen und Grotten in der Region auf. Hier können Sie verschiedene Karstformen beobachten. Die längste Höhle – Jaskinia Szczelina – ist 140 m lang.

,,Der perfekte Ort für einen Spaziergang, man kann nur nur eine kurze Strecke wandern möchte – und die Kadzielnia bietet eine wundervolle Aussicht.“ (Agnieszka)

,,Das ist beeindruckend, vor allem, weil wir zu einem Konzert gegangen sind, bei dem die Kadzielnia bis zum Rand gefüllt war… Super.“ (Łukasz)

,,Ein cooler Ort, Sie können klettern, spazierengehen und sich fit halten, weil es Fußwege gibt – Sie können aber auch einfach nur sitzen und nachdenken.‘‘ (Zuzanna)

Zusammendfassend ist Kielce eine Stadt, die sehenswert ist ud sich immer weiter entwickelt. In Kielce kann man sich nicht langweilen, denn die Stadt lädt zur aktive Entspannung ein.

Patrycja Gancarczyk und Klaudia Sowa

Tanztheater in Kielce

Das Tanzfestival ist eine kulturelle Veranstaltung, die jährlich in Kielce stattfindet. Es dauert in der Regel zwei Wochen und ist mit dem Internationalen Tanztag (29. April) verbunden. Während des Festivals können verschiedene Tanztheater ihre Choreographien präsentieren. In dieser Zeit können die Zuschauer die besten Tanztheater des Landes kennenlernen und viele spannende Aufführungen erleben. Jede der präsentierten Aufführungen nimmt auch am Wettbewerb teil. Zudem gibt es Tanzworkshops, die von weltberühmten Künstlern geleitet werden, zum Beispiel von Jean Claude Marignale, Stacy Boeddeker, Ira Nadia Kodiche und Thierry Verger. Das Tanzfestival ist daher nicht nur ein interessantes Ereignis für die Kielcer, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis für die Tänzer selbst. Alle Vorführungen finden im Kulturzentrum Kielce statt, das sich am Moniuszki-Platz befindet.


Quelle: Kielecki Teatr Tańca

Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, uns mit einer so heiteren Person wie Joanna Polowczyk zu treffen. Dieses Treffen war nicht so ganz einfach, weil Joanna beruflich sehr beansprucht ist. Eine Reise nach Paris und eine bevorstehende Premiere machen es nicht leichter für uns, einen Termin für ein Interview zu finden. Aber es ist uns gelungen! Joanna Polowczyk ist eine Solistin im Tanztheater in Kielce. Sie vertritt zusammen mit anderen Tänzern das Theater nicht nur im Land, sondern auch im Ausland. Unser Gespräch war äußerst positiv und immer wieder unterbrochen von gemeinsamen Lachen – denn das charakterisiert Joasia am meisten! Wenn man diese Energie und diesen Optimismus erlebt, ist es schwer, zu glauben, dass sie gerade eine mehrstündige Probe beendet hat. Weil wir dies aber wissen, starten wir sofort unser Interview.

Wie lange tanzt Du schon?

Ich tanze, seit ich 5 Jahre alt war. Meine Mutter hat mich für den Ballettunterricht angemeldet. Als ich 10 Jahre alt war, begann ich meine Ausbildung bei Olga Sławska an der Lipczyńska Ballet Schüle in Poznań, die 9 Jahre dauerte. Nach dem Abschluss habe ich ein Diplom als professionelle Tänzerin erhalten, mit dem ich mich für einen Job in einem professionellen Theater bewerben konnte.

Wie viele Jahre bist du schon beim Tanztheater Kielce?

Seit August 2013 arbeite ich beim Tanztheater Kielce. Ich bin Solistin. Das ist meine sechste künstlerische Saison. Zudem bin ich beim Polnischen Tanztheater in Poznań engagiert.

Wie bewertest Du Deine Zeit in Kielce?

Ich freue mich, dass Kielce zu meinem Zuhause geworden ist, wo ich mich sicher und wohl fühle. Ich bin ganz allein nach Kielce gekommen und hatte hier keine Verwandte oder Freunde. Deshalb war es für mich anfangs schwierig, mich in der neuen Situation zurechtzufinden, ich fühlte mich etwas verloren. Aber ich traf auf meinem Weg wunderbare Menschen, die ich heute ,meine zweite Familie‘ nennen kann. An die Zeit in Kielce erinnere ich mich also sehr positiv. Ich freue mich, dass ich mich hier verwirklichen und künstlerisch weiterentwickeln kann.

Wann fanden die ersten Jazz Tanzworkshops statt? Was ist ihre Geschichte?

Die ersten Internationalen Jazz Tanzworkshops fanden 2001 statt. Man kann jedoch sagen, dass ihre Geschichte schon früher angefangen hat. Bereits Ende der neunziger Jahre begannen Elżbieta Szlufik-Pańtak und Grzegorz Pańtak, systematisch zu den Pariser Tanzschulen zu reisen. Dort trafen sie großartige Lehrer, die neue Variationen des Jazztanzes erprobten.

Sie wollten diesen einzigartigen Blick auf den modernen Jazz teilen, und fragten ihre Lehrer, ob sie nicht nach Kielce kommen könnten, um hier einen Internationalen Jazztanz Workshop abzuhalten. Der allererste Workshop wurde von Elżbieta Szlufik-Pańtak, Grzegorz Pańtak und den eingeladenen Ira Nadia Kodiche und Thierry Verger geleitet. Zu dieser Zeit fanden die Workshops in einem Raum des Wojewodschaftskulturhaus statt, und am ersten Workshop nahmen rund 30 Personen teil. Von Jahr zu Jahr stieg die Anzahl der Teilnehmer und auch das pädagogische Personal.

Insgesamt sind bisher 65 Dozenten aus aller Welt als Lehrer zu den Workshops nach Kielce gekommen, um den Teilnehmern ihr Wissen, ihre Bewegungswahrnehmung und ihre Energie weiterzugeben. Die Jazztanz-Workshops fanden schon 33 Mal statt. Sie ziehen Menschen aus ganz Polen und Europa an, die sich für den Tanz begeistern.

Was ist für Sie als Tänzerin das Wichtigste an diesen Workshops?

Für uns Tänzerinnen und Tänzer ist es am wichtigsten, dass wir unsere Horizonte erweitern können, und neue Tanztechniken kennenlernen und sie trainieren. Dank dieses Festivals können wir auch unsere Erfahrungen austauschen.

An wen sind die Workshops vor allem gerichtet?

Die Workshops richten sich nicht nur an professionelle Tänzer. Die Tanztechniken unterscheiden sich in ihrem Entwicklungsstand, so dass jeder etwas für sich selbst findet.

Und auch wenn du zum ersten Mal zu den Workshops kommst, kannst du mitmachen – und dein Abenteuer mit dem Tanzen kann beginnen!


Foto: Joanna Wrzoskiewicz

Joanna Wrzoskiewicz, Ewelina Słowińska, Katarzyna Wołczyk

Studieren in Kielce zahlt sich aus

Studieren in Kielce zahlt sich aus

In Kielce gibt es öffentliche und private Hochschulen. Die beiden bedeutendsten sind die Świętokrzyska Politechnika (oder Kielcer Technische Hochschule, wie sie sich auf Deutsch heißen würde), sowie die Jan Kochanowski Universität. Zudem gibt es sechs weitere Hochschulen in Kielce.

Wir sind uns bewusst, dass tausende von Abiturienten vor der Notwendigkeit stehen, jedes Jahr ein Studienfach zu wählen. Aus diesem Grund möchten wir die beiden beliebtesten Universitäten, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben, kurz vorzustellen.


Das Rekoratgebäude der Jan Kochanowski Universität in Kielce

Die Jan Kochanowski Universität in Kielce ist eine öffentliche Hochschule. Sie wurde im Jahr 1969 als Pädagogische Hochschule gegründet. Im Jahr 1979 wurde die Hochschule nach Jan Kochanowski, einem frühen polnischen Dichter benannt, und im Jahr 2011 erhielt sie den Status einer Universität. Die Universität besteht aus acht Fakultäten. Im Hochschulen-Ranking des Internetportals Perspektywy nimmt die Jan Kochanowski Universität stets eine Platzierung im obersten Viertel ein. An der Universität arbeiten rund 900 Hochschullehrer und es studieren hier mehr als 11.000 Studenten. Die Universität besitzt vier Studentenheime, die in Śląska Straße in Kielce liegen. Dort leben fast 820 Personen.

Diese Hochschule wird von vielen Studierenden aus Polen gewählt, sie hat auch zahlreiche ausländische Studierende. Sie bietet sehr viele Ausbildungsmöglichkeiten an. Es bleibt nicht nur bei den traditionellen Lehrveranstaltungen, denn auch das Angebot drumherum ist reichhaltig. Die Studentin Julia erzählt:

Ich studiere Linguistik. Ich bin im zweiten Studienjahr. Ich mag diese Hochschule und die Studienrichtung sehr. Sie bringt mir sehr viel Fachwissen, aber auch sehr viel Spaß. Ich denke, dass die Lehrer gut ausgebildet sind und sie sind auch immer hilfsbereit.

Oft habe ich viele Zweifel, aber am wichtigsten ist es diese zu besiegen. Ich habe hier sehr viel schlechte und gute Erfahrungen gesammelt. Aber zum Glück mehr Gute als Schlechte! Es gibt ganz unterschiedliche Studenten, es sind nicht nur Studierende aus der Umgebung. Die meisten, die ich kennengelernt habe, sind sehr nett. Ich habe hier sehr viele Freunde.

Ich wohne im Studentenwohnheim mit einer meine Studienfreundinnen. Sie ist sehr cool. Wir können immer alles zusammen machen. Es gibt kein Streit. Wir teilen uns die Aufgaben auf. Wir lernen auch zusammen und das bringt sehr gute Ergebnisse. In meinem Studentenheim wohnen sehr viel Mädchen und das ist super, denn die Junge sind meistens sehr laut und sie stören beim Lernen.

Unsere Universität bietet sehr viele Veranstaltungen auch außerhalb der Vorlesungen für Studenten an. Ich nehme an ihnen sehr gerne teil. Am meisten mag ich die verschiedenen zusätzlichen Vorlesungen, Kinobesuche oder Theaterbesuche und Sporttage. Sie entwickeln die Persönlichkeit, und man lernt etwas neues und hat dabei viel Spaß.

Meine Fachrichtung gibt sehr viele Arbeitsmöglichkeiten. Fast alle Absolventen haben eine reelle Chance auf eine gut bezahlte Arbeit in verschiedenen Bereichen. Sie sind zufrieden. Ich hoffe, dass ich mein Studium auch gut abschließe. Ich möchte in meinem Beruf erfüllt sein und einen guten Lohn erhalten.


Die Świętokrzyska Politechnika (Kielcer Technische Hochschule), Rektorat und Hauptbibliothek

Die Świętokrzyska Politechnika (Kielcer Technische Hochschule) ist eine polnische öffentliche technische Universität mit Sitz in Kielce. Sie wurde 1965 gegründet, aber es ist heute sehr moderne Universität, die ebenfalls Spitzenplätze in den Hochschulrnkings einnimmt. Mehr als 70 Labore mit moderner Ausstattung ermöglichen es, wissenschaftliche Forschung und didaktische Aufgaben auf höchstem Niveau durchzuführen. Die Technische Hochschule bietet Studiengänge in fünf Fakultäten an:

● Bauwesen und Architektur,
● Elektrotechnik, Automatisierungs- und Informationstechnik,
● Umwelttechnik, Geomatik und Energie,
● Mechatronik und Maschinenbau, sowie
● Computermanagement und Modellierung.

Sie bildet rund 6 000 Studierende in 60 Fachrichtungen aus.

Auf dem Campus der Kielcer Technische Hochschule befinden sich derzeit fünf Lehr- und Forschungsgebäude mit vier Laborhallen, das Gebäude des Rektorats und der Hauptbibliothek, der zentrale Hörsaal, das Zentrum für Lasermetalltechnik, aber auch ein Sportzentrum sowie sechs Studentenwohnheime.

Auch hier haben wir Interviews durchgeführt und regelmäßig viel Lob gehört. Ein Beispiel:

Ich bin Absolvent dieser Universität, aber ich habe auch noch woanders studiert, und so kann ich mir eine objektive Meinung bilden. Ich glaube, dass die Kielcer Technische Hochschule in der letzten Zeit ihr Gesicht sehr stark verändert hat. Ich habe diese Veränderungen miterlebt, und bei aller Vorsicht kann ich sagen, dass die Labor- und didaktischen Einrichtungen heute diejenigen vieler bekannter großer Universitäten übertreffen. Es gibt hier exzellente Spezialisten und Dozenten. Ich habe die Fakultät für Elektrotechnik abgeschlossen und konnte mich auf dem Arbeitsmarkt gut behaupten. Soweit ich weiß, haben alle meine Kommilitonenschnell einen Arbeitsplatz gefunden und sind hoch geschätzt. Dies ist wahrscheinlich das eigentliche Maß. Müsste ich erneut wählen, würde noch einmal die Kielcer Technische Hochschule aussuchen.

Martyna Tarnowska , Weronika Wordliczek , Daniel Miciniak

Fußball in Kielce – mit deutschem Hintergrund

Fußball in Kielce – eine deutsch-polnische Geschichte

Auch wenn Kielce oft mit Handball assoziiert wird, ist Fußball bekanntlich die populärste Sportart nicht nur in Deutschland, sondern eben auch in Polen – und spielt natürlich auch in Kielce eine große Rolle. Zwar hat Kielce im Vergleich zu deutschen Traditionsvereinen eine sehr junge Fußballgeschichte, da der Fußballverein Korona Kielce erst im Jahr 1973 gegründet wurde, und es gab auch jahrelang ein eher mühsames Auf und Ab – und 2008 gar eine handfeste Krise: In diesem Jahr wurde eine Korruptionsaffäre aufgedeckt, in die die Gelb-Roten (dies sind die Farben von Kielce) verwickelt waren. Aber dies war der Wendepunkt, und seither geht es aufwärts. In der Saison 2008/2009 gelang es Korona, in die polnische Ekstraklasa (das Gegenstück zur deutschen Bundesliga) aufzusteigen. Seiher hat man sich dort fest etabliert.

Dieter Burdenski: Hoffnungsträger für den Fußball im Kielce?

Ein Garant dieser Entwicklung war in den letzten Jahren Dieter Burdenski. Im April 2017 kaufte der ehemalige deutsche Nationalspieler und Torwart von Werder Bremen mit seiner Firma Phoenecia Burdenski Investment 72% der Vereinsanteile zum Schnäppchenpreis im Wert von 850.000 Euro. Die restlichen Anteile verblieben bei der Stadt Kielce. Burdenski versprach, den Verein weiter aufzubauen und sich langfristig zu binden. Den Kontakt hat der frühere Oldenburger Kapitän und Freund Krzysztof Zając hergestellt; Zając ist auch der jetzige Präsident des Vereins. Die beiden haben sich wahrscheinlich im Deutschland kennengelernt, als Zając beim Zweitligisten VfB Oldenburg spielte.

Dieter Burdenski betreibt, neben einem Sportgeschäft im Bremer Stadtteil Habenhausen, mehrere Firmen und organisiert zahlreiche Fußballwettbewerbe und Trainingslager. Sein Sohn ist ebenfalls Profifußballer (und spielt seit 2017 für Korona Kielce). Burdenski hat im Leben viel erreicht. Ihm fehlte, seiner Selbsteinschätzung zufolge, nur noch eine Sache: ,,Ich wollte einen Verein besitzen“.

Burdenski kam 2017 als Hoffnungsträger nach Kielce, denn das Gelb-Rote Kader war zu diesem Zeitpunkt sehr ausgedünnt. Er sollte also neue Kontakte knüpfen und bei Spielertransfers verhandeln. Gino Lettieri, ein Deutsch-Italiener, der als Trainer von Korona Kielce arbeitet, sagte damals: Wenn die Mannschaft nicht sofort verstärkt würde, wäre sie der einzig sichere Abstiegskandidat aus der Ekstraklasa. ,,Wir waren kurz davor, zwei Spieler zu verpflichten… Und was ist geschehen? Es ist nicht gelungen, weil uns das Geld fehlte,“ so Lettieri.

Die Situation blieb gespannt, bis zum Einstieg Burdenskis. Dann konnte Vereinspräsident Krzystof Zając im Interview für Radio Kielce endlich Entwarnung signalisieren. Korona verpflichtete laut transfermarkt.de in der Saison 2017/18 zehn neue Spieler – und das sogar ablösefrei: Dies waren sehr gute Deals der neuen Vereinsführung. Das gesamte Kader war im Umbruch, mit positiven Folgen. Die Gelb-Roten konnten sich in der polnischen Ekstraklasa halten und beendeten die Saison auf dem achten Platz in der Tabelle, außerdem erreichten sie sogar das Halbfinale um den polnischen Pokal.

Dieter Burdenski äußerte sich in deutschen Medien: Korona sei mehr wert als zuvor. Tatsächlich ist, seit Burdenski den Verein übernommen hat, der Gesamtwert gestiegen. In der Saison 15/16 lag er bei 6,4 Mio. Euro. Zwei Jahre später waren es schon 6,75 Mio. Euro (Angaben nach transfermarkt.de).

Eine offene Zukunft

Von daher entstand große Unruhe unter den Fans, als Dieter Burdenski Anfang Oktober 2018 in einer aufsehenerregenden Mitteilung ankündigte, sein Engagement als Besitzer der Korona Kielce einzustellen. Die Nachricht erregte nicht nur die polnischen, sondern auch viele deutschen Medien Aufsehen, bis hin zu Bild. Er selbst äußerte sich dazu nur in kurzen Gesprächen mit Reportern und erklärte die Motive seiner Entscheidung. Im Interview für ein Onlineportal sagte der 67-Jährige: „Selbst ich werde nicht jünger. – Keine Sorge, mir geht es absolut gut, aber so soll es auch bleiben.“ Deswegen habe er seine Anteile am polnischen Erstligisten verkauft. „Die Aufgabe war schon extrem aufwendig. Allein schon wegen der ganzen Fahrerei. Ich muss mit meinen Kräften aushalten“, betont Burdenski und bestätigt somit die Berichte von Sportowy24.pl und der Bild.

Burdenski hat 50 % seiner Anteile von Phoenecia Burdenski Investment an seinen Mitarbeiter Andreas Hundsdörfer verkauft. Somit übernahm die Familie Hundsdörfer die Geschäfts- und automatisch die Vereinsführung. An der Spitze des Vereinsvorstandes steht jetzt der Sohn von Andreas Hundsdörfer, Dirk Hundsdörfer.

Burdenski ist jetzt vorschriftsmäßig nicht mehr mit Korona verbunden. Dennoch hat er versprochen, dass er mit seiner Erfahrung, wenn es benötigt wird, immer zur Seite stehen werde.

Quellen: bild.de, deichstube.de, Sportowy24.pl, transfermarkt.de

Paweł Gawęda, Anna Skrzyniarz und Grzegorz Żelichowski

Handball in Kielce

Handball in Kielce

Wenn man die Polen nach ihrer Lieblingssportart fragt, lautet die Antwort: der Fußball. In Kielce dominiert aber eine andere Disziplin, nämlich Handball. Ohne Übertreibung kann man Kielce als Stadt des Handballs bezeichnen. Warum ist Handball hier so beliebt? Sicher spielt eine große Rolle, dass es hier einfach ein paar besonders begabte Spieler gibt. Sie stammen aus zwei Kielcener Handballvereinen – „Korona Handball Kielce“ und „PGE Vive Kielce“.

„Vive Kielce“ ist europaweit oder sogar weltweit bekannt. Den Spielern ist es 2016 sogar gelungen, die Europameisterschaft zu gewinnen. Das Endspiel fand in Köln statt, und damals waren alle Bewohner unserer Stadt sehr stolz auf ihre Mannschaft. Kielce hat aber auch eine zweite Handballmannschaft, deren Name „Korona Handball Kielce“ lautet. Im Gegensatz zu „Vive“ spielen in diesem Club nur Frauen. Die Spielerinnen der Mannschaft sind sehr freundlich und offen. Deshalb haben sie uns ohne Bedenken erlaubt, sie beim Training zu begleiten. Dank dieses Besuchs wissen wir nun viel mehr vom Alltagsleben eines Handballspielers.

Das Leben der Handballer ist zweifellos von vielen Entsagungen und Arbeit, aber natürlich auch immer wieder von den Erfolgen erfüllt – zumindest bei diesem Verein. Der Club „Korona Handball“ ist 1961 enstanden. Seine Wurzeln liegen in III Lyzeum Norwid. In den 1970er Jahren war die Mannschaft unter den Namen „Iskra Kielce“ in die zweite Liga aufgestiegen. In den nächsten Jahrzehnten waren ihre größte Erfolge der Aufstieg in die sogenannte Ekstraklasa (1999), und dann zur Superliga (2009). Die Umbenennung in „Korona Handball“ erfolgte übrigens erst zum 1. August 2013.

Die vielen Erfolge konnten nur dank der gemeinsamen Mitarbeit aller Angehöringen erreicht werden. Weil Handball eine sehr dynamische und kontaktfreudige Sportdisziplin ist, gehen die Spielerinnen häufig das Risiko ein, sich zu verletzen. Darum müssen ihre Trainingseinheiten richtig abgestimmt und präzise unter Aufsicht eines erfahrenen Trainers ausgeführt werden.

Wir hatten die Gelegenheit, einer Trainingseinheit beizuwohnen. Unser Besuch fand am 19. Dezember 2018 statt. Das Training war planmäßig auf zwei Stunden agesetzt. Es war ein Hauptelement bei der Vorbereitung der Handspielerinnen zur neuen Saison, denn der Ligaspiele werden direkt nach Jahrebeginn anfangen. Wahrscheinlich war es eine der letzten Trainingseinheiten des Jahres.

Die Spielerinnen beginnen ihr Training mit einer zehnminütigen Aufwärmungsphase, während der sie um die Sporthalle laufen. Der Trainer sorgt für Abwechslung und lässt seine Schützlingen zwischen unterschiedlichen Laufformen wechseln. Am Anfang gehen sie langsam, dann traben sie und schließlich legen sie einen Sprint ein. Nach dem anstregenden Sprint haben sie keine Zeit für Erholung, weil sie noch eine Weile in Bewegung bleiben müssen. Bei dem gemächlichen Gehen machen sie einige Bewegungsübungen mit den Händen und Armen, um sie vor dem Spiel gut aufzuwärmen. Schließlich gibt es eine kurze Pause.

Nach der Pause führen die Spielerinnen verschiedene Übungen aus. Zuerst gehen sie in die Hocken, dann dehnen sie sich, strecken und werfen mit dem Ball aus einer Umdrehung heraus. Später trainieren sie Handgriffe, während sie sich gegenseitig den Ball zuwerfen. Um ein genaues und wirksames Spiel im Sturm und in der Verteidigung zu üben, führen sie starke Präzisionswürfe aus.

Das Hauptziel dieser Übungen ist die Entwicklung von Kraft, Geschwindigkeit, Koordination, Flinkheit der Bewegungen und Widerstandsfähigkeit. Dabei ist es auch wichtig, den Schulterring und die Beine und Muskeln des oberen und unteren Körpers zu stärken. Deswegen wiederholen die Handballspielerinnen jede Übung mehrfach.

Zum Schluss teilt der Trainer die Spielerinnen an zwei Mannschaften. Die Frauen kämpfen sehr heftig gegeneinander. Vermutlich ist ihr Ziel, dem Trainer ihre Fähigkeiten und Engagement zu demonstrieren, um in den nächsten Spiele der Handball-Liga eingesetzt zu werden.

Das Training von „Korona Handball“ Kielce ist sehr interessant und imposant, weil es viele nützliche Sportübungen und die wichtigsten Elemente dieser Sportart enthält. Wir glauben, dass die Wettkampteilnehmerinnen der Mannschaft nach diesem Training viele Erfolge erringen und die besten Sportergebnisse erreichen werden. Wir drücken ihnen die Daumen!

Karolina Kaleta und Katarzyna Kołacz

Das Volkskundemuseum von Kielce

Es gibt ein Museum, das nicht nur zu einer Zeitreise in die Vergangenheit einlädt, sondern auch zu einer geographischen Reise durch die Dörfer der Region Kielce. In diesem Freilichtmuseum sind historische Gebäude aus der Region wieder aufgebaut worden. Alle diese Gebäude firmieren unter der Bezeichnung das Museum des Kielcer Dorfes (Muzeum Wsi Kieleckiej) und bilden zusammen eins der eindrucksvollsten Volkskundemuseen in Polen.

Wir spazieren im Rahmen unseres Museumsbesuchs an einem Tag durch unsere gesamte Region und ihre Dörfer. So können wir die Volkskultur aus dem Gebiet der Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie) besser verstehen.

Das Museum wurde am 21. August 1976 eröffnet. Vor dem Museum befindet sich eine Plakette, die uns über die wichtigsten Ausstellungobjekte informiert:

● Das herrschaftliche Haus einer alten Kielce Familie, der Laszczyks,
● Der ethnographische Park in Tokarnia (Gemeinde Chęciny) – hier gibt es Gebäude, die ursprünglich aus der gesammten Woiwodschaft stammen,
● Der Czernikiewiczer Bauernhof aus Bodzentyn,
● Der Friedhof und die Erinnerungsstätte mehrer polnischer Dörfer in Michniów, der im zweiten Weltkrieg niedergebrannt wurde – er hat den Namen Mausoleum des Martyriums.

Der Hauptsitz der Museumsleitung befindet sich in einem neu errichteten Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude hinter dem historischen Herrenhaus Laszczyków.

Wir besuchen dann das Hauptmuseum – den ethnographischen Park (also das Freilichtmuseum) in Tokarnia. Die Aufgabe des Freilichtmuseums besteht darin, ländliche und kleinstädtische Gebäude der Region Kielce zu erhalten und zu präsentieren. Unserer Meinung nach erfüllt es seine Aufgabe zu 100 Prozent.

Das Freilichtmuseum ist in einer malerischen Kurve der Schwarzen Nida gelegen. Es ist 65 Hektar groß, davon sind zwanzig Hektar Wald. Die Untergliederung der Fläche ermöglicht die Präsentation alter Gebäude unter naturnahen Bedingungen. Glauben Sie uns, es macht einen großen Eindruck!

Um ein vollständiges Bild vom Leben im Dorfes und der Dorfgemeinschaft zu zeigen, präsentiert das Museum auch Sakraldenkmäler – zum Beispiel Straßenkreuze, Schreine und Statuen. Im Freilichtmuseum sehen wir auch Beispiele von Gerichts- und Wirtschaftsgebäuden. Auf der Grundlage von Archiv- und Feldstudien wurde zudem versucht, die ehemalige natürliche Umgebung möglichst authentisch zu rekonstruieren.

Es gibt so viele schöne Dinge hier, so dass wir nicht aufhören können, Bilder zu machen. Wir möchten alles anfassen, aber leider ist das definitiv verboten. Zum Beispiel faszinieren uns die Holzkonstruktionen, die eine Zeitspanne vom 17. bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abdecken. Die wertvollsten Holzkonstruktionen im Freilichtmuseum sind Inneneinrichtungen – wir sehen also nicht nur die Häuser von außen, sondern können tatsächlich die Lebenssituation in früheren Zeiten erahnen. Wir sehen jeweils die Originalausstattung mit Möbeln und Werkzeugen, die im Rahmen ethnographischer Feldstudien ins Museum gekommen sind. Was besonders auffällt, sind natürlich Gegenstände, die inzwischen aus unserem Alltagsleben verschwunden sind. Ein Beispiel: der Bereich ländlicher Handwerksberufe. In Tokarnia gibt es unter anderem komplette Schreiner-, Schmiede-, Schaufel-, Stricker- und Schuhmacherwerkstätten. Auf dem Gelände des Freilichtmuseums betrachten wir auch unterschiedliche Windmühlen aus der Region Kielce, oder auch hölzerne Wassermühlen, die auf Steinunterfüßen gebaut wurden.

Zu den schönsten Gebäuden, die wir gesehen haben, zählen die Barockkirche von Rogów (1763), eine weitere Kirche aus Bielin mit einer eindrucksvollen Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, oder ein Bauernhof aus Suchedniów (19. Jahrhundert). Es ist großartig, dass das Tokarnia-Museum, als einziges seiner Art in Polen, eine Dauerausstellung zeigt, in der beispielsweise das komplett eingerichtete Arbeitszimmer und die Wohnung eines kleinstädtischen Arztes aus der Zwischenkriegszeit zu sehen ist.

Wir haben mit einer Mitarbeiterin des Ethnomuseums gesprochen, und sie hat uns gesagt, dass das Museum in den kommenden Jahren noch erheblich vergrößert werden soll.

Das Museum des Kielce Dorfes organisiert zahlreiche Folkloreveranstaltungen unter freiem Himmel, in deren Rahmen man vieles ausprobieren kann, etwa, wie man früher ein Brot gebacken hat, oder auch seltenere Tätigkeiten wie etwa Bleigießen.

Wir sind sehr beeindruckt von diesem Ort. Es ist erstaunlich, dass wir nicht wussten, welche außergewöhnliche Orte uns umgeben. Wir haben uns die Werbung für dieses Museum zur Ehrensache gemacht. Unser nächstes Ziel ist es, am Brotfest teilzunehmen. Wir sehen uns im Museum des Kielce Dorfes !!!

Kinga Bugajska, Aleksandra Fąfara und Milena Pędzich