Bogdan Wenta – Stadtpräsident von Kielce mit deuscher Vergangenheit


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Bogdan Wenta wurde am 19. November 1961 in Szpęgawsk in der Nähe von Starogard Gdański (Danzig) geboren. Am 22. November 2018 wurde er als Stadtpräsident (Bürgermeister) von Kielce vereidigt und hat sein Amt angetreten.

Aber Bogdan Wenta ist nicht nur ein Politiker, sondern auch ein Sportler. Er war jahrelang einer der besten Handballspieler Polens. Zum Handball kam er dank des bekannten Trainers Leon Wallerand, der ihn bei einem Leichtathletikwettbewerb sah. Sein Debüt im Team Wybrzeże Gdańsk gab er im Alter von 17 Jahren. Er war 11 Jahre lang der Basisspieler seines Vereins und gewann mit ihm fünfmal hintereinander die polnische Meisterschaft.


Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bogdan_Wenta_-_Handball-Teamchef_Poland_(1).jpg

In Danzig gig er auf die Conradinum-Schule und erlernte dann den Beruf des Schiffbautechnikers. Aber im Jahr 1989 ging Bogdan Wenta zum spanischen Club Bidasoa Irun, wo in der zweiten und dritten Saison rasch als der beste Ausländer in der ASOBAL-Liga galt. Er war so gut, dass er für 90 Tausend US-Dollar eingekauft worden ist! Dank seiner guten Spiele im Klub von Irun wurde er vom FC Barcelona angeworben, mit dem er dann sogar zwei Mal Pokalsieger wurde (1993,1995), zwei Mal den Königspokal gewann (1993,1994) und 1994 sogar den nationalen Superpokal. Bogdan Wenta war der erste Pole, der in der Profiabteilung des FC Barcelona spielte und sein Foto wurde im Vereinsmuseum ausgestellt.

Im Jahr 1995 entschied er sich dann, das Angebot des TuS Nettelstedt-Lübbecke anzunehmen, wo er drei Jahre lang spielte. Von 1998 bis 2000 war der Mitglied im Kader der SG Flensburg-Handewitt. 1996 nahm er deutsche Staatsbürgerschaft an und begann, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Er war unter anderem bei dem Endspiel der Weltmeisterschaften 1999, der Europameisterschaften 1998 und 2000 (Bronzemedaille) und der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney (5. Platz) auf dem Feld. Insgesamt hatte er 46 Auftritte für das deutsche Nationalteam. Seine Entscheidung, die Nationalität zu wechseln, begründete er mit dem Wunsch, in Deutschland zu bleiben und bei den Olympischen Spielen anzutreten.

Aber dann kam er doch nach Polen zurück. Von 2004 bis 2012 trainierte er die polnischen Nationalmannschaft und von 2008 bis 2015 war er Trainer von Vive Targi Kielce. So kam er in unsere Stadt – und hier blieb er. Bogdan Wenta erhielt 2008 erneut die polnische Staatsbürgerschaft. Schlieβlich beschloss er, seine Zelte mit seiner Familie in der südlichen Wohnsiedlung Dyminy aufzuschlagen. Und er wechselte in die Politik. Zunächst war er Mitglied des Europaparlaments – kein Wunder, bei diesem europäischen Lebenslauf! Seit 2019 ist Bogdan Wenta nun Stadtpräsident in seiner Wahlheimat Kielce.

Katarzyna Janus, Marta Biłowicka

Wirtschaftliche Beziehungen zu den deutschsprachigen Ländern

In der Woiwodschaft Świętokrzyskie gibt es viele polnische Unternehmen, die wirtschaftliche Kontakte zu Deutschland haben. Deutschen errichten auch Niederlassungen ihrer Unternehmen in unserer Woiwodschaft. Einige Beipiele:

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Barlinek AG

Die Barlinek AG ist ein Unternehmen mit Hauptsitz und Konzernleitung in Kielce. Das Unternehmen hat eine Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, als die Möbelproduktion in Barlinek begann. Das Unternehmen ist im Laufe der Jahre gewachsen und der Bezeichnung „Barlinsches Brett” hat sich zu einem Begriff entwickelt, der für viele Arten von Holzböden gilt. Insbesondere bietet es eben Holzböden, verschiedene Zubehörteile, die ihre Pflege und Installation ermöglichen, und Holz-Biokraftstoffe. Die Produkte des Unternehmens finden ihre Abnehmer in 64 Ländern auf 6 Kontinenten. Auf der offiziellen Barlinek-Website wird mitgeteilt, dass sich das Grundkapital der Barlinek A.G. Gesellschaft auf insgesamt 254.047.500 PLN beläuft. Die Barlinek Deutschland GmbH wurde im Jahr 2007 gegründet. Deutschland ist ein wichtiges Exportland für Barlinek. Das Barlinsche Brett kam im Jahr 2000 auf den deutschen Markt. Innerhalb von 6 Jahren gelang es dem Unternehmen, die Menge des dort importierten Holzbodens zu verdoppeln. Barlinek-Bretter mit einer Deckschicht aus Eichen- und Buchenholz sowie Ahorn und Birke werden dort durch den Kunden am meisten gewählt.

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Rema Tip Top

Rema Tip Top ist ein deutsches Unternehmen, das im Jahr 2008 in Poing bei München gegründet wurde. Rema Tip Top bietet Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Transport- und Verarbeitungstechnik sowie die Reifenreparaturen. Das Unternehmen gehört zu den Komplettanbietern von industriellen Korrosionsschutz. Es will umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten und die Energieeffizienz seiner Systeme optimieren. Ziel ist auch, Rohstoffe effizienter einzusetzen. Der Umsatz betrug im Jahr 2018 etwa 1,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt über 7.476 Mitarbeiter und besitzt weltweit über 150 Niederlassungen. Einer der Standorte befindet sich in der M. Curie-Skłodowska-Straße 31a in Kielce. Das Stammkapital beläuft sich auf 250 000 PLN. Die Unternehmensstruktur besteht aus drei Geschäftsfeldern; in Kielce dominiert das Segment Surface Protection. Damit sind natürliche und synthetische Werkstoffe gemeint, die gegen Korrosion schützen. Im Jahr 2019 kooperierte die polnische Niederlassung Rema Tip Top Antykorozja GmbH mit der Schweiz und in früheren Jahren auch mit Österreich.

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Mesko-AGD
Auch in anderen Städten der Woiwodschaft Heiligkreuz gibt es Unternehmen, die intensiv mit Deutschland kooperieren. In Skarżysko-Kamienna, einer mittelgroßen Stadt, die 32 km nördlich von Kielce liegt, befindet sich beispielsweise das Unternehmen Mesko-AGD, das sich mit der Produktion von Haushaltsgeräten beschäftigt. Diese Firma wurde im Jahre 1999 durch die Aufteilung des Betriebes Zakłady Metalowe „MESKO” in Skarżysko-Kamienna gegründet. Während die militärische Produktion der heute zur polnischen Rüstungsgruppe gehörenden Munitionsfabrik Mesko S.A. überlassen wurde, übernahm die ehemalige Tochtergesellschaft Mesko-AGD Sp. z o.o. die seit 1973 andauernde Herstellung von Haushalts- und Restaurantausrüstung. Zu den in Skarżysko-Kamienna produzierten Haushaltsgeräten und Maschinen gehören Küchenmaschinen, elektrische Fleischwölfe, Gemüseschneider, Entsafter, Pizzabacköfen und Sterilisatoren für Eier. Gemäß der lokalen Presse werden viele von diesen Produkten in die USA und nach Deutschland exportiert, wo sie sich großer Beliebtheit erfreuen. Vor allem der deutsche Markt ist ein wichtiges Exportziel für Mesko-AGD. Nach Angaben des Unternehmens werden 70% Prozent seiner Haushaltsgeräte nach Deutschland ausgeführt. Circa 70% des Jahresumsatzes von Mesko-AGD, der im Jahre 2018 circa 5 Mio. PLN betrug, kamen vom deutschen Hauptempfänger Krefft. Die Handelskooperation dieser deutschen Unternehmen mit Mesko dauert schon 30 Jahre.

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Scandinavia Yachts
Auf dem ehemaligen Gelände der Munitionsfabrik Mesko ist auch ein anderes Unternehmen tätig, das mit Deutschland kooperiert. Seit fast 13 Jahren existiert in Skarżysko-Kamienna die von Michał Kiersnowski gegründete Jachtwerft Scandinavia Yachts, die sich mit der Herstellung von Luxusjachten beschäftigt. Die Firma stellt Segel- und Motorjachten her, darunter auch luxuriöse Wohnmotorboote. Der größten Beliebtheit erfreut sich Scandinavia 27 – ein über 8 Meter langes Segelboot, das mindestens 120 000 PLN kostet. Ein anderes Modell, Scandinavia 35, das von dem polnischen Olympioniken Dominik Życki auf der Ostsee getestet wurde, erhielt den Titel „Jacht des Jahres 2017“. Diese erfolgreiche Jacht wurde von dem Konstruktionsbüro des bekannten deutschen Designers Marc Oliver van Ahlen entwickelt. Die in Skarżysko hergestellten Jachten werden nach Deutschland, in die Schweiz und in die Niederlande exportiert. Bei den deutschen Kunden ist ein luxuriöses Wohnmotorboot das populärste Modell. Mit dem Verkauf der polnischen Luxusjachten in Deutschland beschäftigt sich das Unternehmen Inter-Yacht-West.

D. Lenzion, E. Marciniec, I. Krzyżyk

Quellen:
https://www.drewno.pl/artykuly/4539,barlinek-inwestuje-w-niemczech.html
https://pl.wikipedia.org/wiki/Barlinek
https://polen.diplo.de/pl-pl/02-themen/02-3-wirtschaft/03-dt-poln-wirtschaftsbeziehungen
https://rejestr.io/krs/320317/rema-tip-top-antykorozja
https://www.rema-tiptop.de/produkte/
http://www.mesko.com.pl/historia.html
http://www.solidarnoscmesko.pl/?page_id=6044
https://echodnia.eu/swietokrzyskie/tak-sie-robi-biznes/ar/c3-8230891
Scandinavia Yachts
http://www.solidarnoscmesko.pl/?page_id=4858
http://meskoagd.pl/

Deutsch lernen in Kielce

Viele Jugendliche in Kielce entscheiden sich bereits in der Grundschule dafür, die deutsche Sprache zu lernen, was in späteren Jahren in der Sekundarschule fortgesetzt werden kann – viele Schulen in Kielce bieten in einem speziellen DSD-Programm eine Weiterbildung in deutscher Sprache an.

Was ist ein DSD-Programm?
Das DSD (Deutsches Sprachdiplom) der Kultusministerkonferenz der Länder der Bundesrepublik Deutschland ist eine Deutschprüfung für ausländische Schüler, die nach einer Vereinbarung mit dem Kulturministerium der Republik Polen durchgeführt wird.

Welche Schulen bieten eine Ausbildung mit DSD an?
Szkoła Podstawowa Nr 39 w Kielcach
Gimnazjum nr 7 w Kielcach
Szkoła Podstawowa nr 34 im. Adama Mickiewicza
Gimnazjum nr 9 im. mjr. Henryka Sucharskiego
VI Liceum Ogólnokształcące im. Juliusza Słowackiego w Kielcach
II Liceum Ogólnokształcące im. J. Śniadeckiego w Kielcach

Zudem kann man an der Jan-Kochanowski-Universität Deutsch studieren. Mit dem Studium der Deutschen Philologie erwirbt man fundierte Kenntnisse der deutschen Sprache, Geschichte, Kultur und Literatur der deutschsprachigen Länder und eine allgemeine sprachliche Ausbildung. Die pädagogisch-methodischen Fächer und die Lehrmethoden ermöglichen eine Qualifizierung für das Unterrichten der deutschen Sprache. Der Studiengang bereitet auch auf die Beschäftigung als Übersetzer, Organisator und Kulturförderer vor.

Zuzanna Jamróz, Wiktoria Rachtan, Weronika Omasta

Der Tetrapod, der früheste Vorfahr der Dinosaurier

Zeitlich etwas später als das Devon ist eine der interessantesten geologischen Perioden angesidelt: die Wende vom Trias zum Jura. In diese erdgeschichte Phase kann man den allerersten Vorfahr des Dinosauriers auf die Erde datieren – und der Fundort liegt in der Nähe von Kielce!.

Es ist nicht viel, was übrig ist: eigentlich nur versteinerte Fußspuren. Aber es sind die Fußspuren des ältesten Vorläufers der Dinosauriern, die auf der Welt gefunden worden sind! Der sogenannte Tetrapod lebte vor über 395 Millionen Jahren. Die Funde stammen aus der Zeit vor etwa 200 Millionen Jahren und wurden im Steinbruch Zachełmie in der Nähe von Zagnańsk gefunden.

Der Tetrapod war ein Wesen zwischen Fisch und Amphibie. Er war vier Meter lang, hatte vier Beine mit 7 oder 8 Fingern und der Körper war mit Fischschuppen bedeckt.

Die Funde des Trapod stammen aus dem Jahr 2002 von Grzegorz Niedźwiedzki, einem berühmten Geologen. Der Durchbruch der Forschungen, die das Vorhandensein des Tetrapod im Steinbruch Zachełmie bestätigen, erfolgte erst 2007. Drei Jahre später, im Januar 2010, veröffentlichte sogar die renommierte Wissenschaftszeitschrift „Nature“ einen Artikel über den ältesten Vorfahren des Dinosauriers.

Die Gemeinde Zagnańsk war bisher schon sehr bekannt, weil hier einer der ältesten Bäume Polens steht, die Eiche „Bartek“. Nun gibt es einen weiteren, vielleicht noch spekatkuläreren Grund, um hierher zu kommen.

Monika Piotrowska, Natalia Bujnowska, Patrycja Kaczmarczyk

Wie lebt ein Deutscher in Kielce?

Wir haben einen gebürtigen Deutschen getroffen, der seit zwei Jahren in Kielce lebt. Früher kam er regelmäßig nach Kielce, weil seine Frau Polin ist und aus Kielce kommt. Er möchte gerne anonym bleiben, aber wir können bestätigen, dass er ein 70 Jahre alter Mann ist, der im Ruhestand ist und diese Lebensphase in vollen Zügen genießt. Wir trafen uns an seinem Lieblingsort, Kadzielnia.

Während wir die schönen Aussichten bewunderten, erzählte er, dass die hart Anfänge hart waren. Er sprach zunächst nur Deutsch, und so konnte er sich kaum verständigen . Selbst einfache Tätigkeiten wie das Einkaufen fielen ihm sehr schwer. Er fühlte sich oft abhängig und alleine. Wenn man neu kommt, hat man zunächst den Eindruck, dass es in unserer Stadt nicht viele Menschen gibt, die Deutsch sprechen.

Unser Gesprächspartner kommt aus München, das im Vergleich zu Kielce ein großer Ballungsraum ist. In Kielce überraschte ihn die Ruhe, die hier herrscht. Offenbar war ihm manchmal sogar langweilig. Abends fühlte er sich auf den Straßen der Stadt einsam. Zum Glück hat sich mit der Zeit alles geändert. Er begann Polnisch zu lernen, was es ihm ermöglichte, mit den Menschen zu kommunizieren und in unserer Stadt selbstständig zu funktionieren. Das machte ihn offener. In der Gegend, in der er lebt, hat er viele Gleichaltrige getroffen, auch aus dem Ausland, mit denen er seine Zeit aktiv verbringt. Sie gehen oft ins Kino, spielen Tennis, gehen ins Fitnessstudio und am Wochenende treffen sie sich auf dem Markt und feiern gemeinsam. Es gibt auch oft lustige Situationen, z. B wenn er hier und zusammen mit Polen Fußballspiele zwischen der polnischen und der deutschen Nationalmannschaft sieht. Zwar ist sein Lieblingsort die Kadzielnia ist, aber er mag auch das ‘Rezerwat Skalny Ślichowice‘ in der direkten Umgebung seiner Wohnung. Er geht dort jeden Tag mit seinem Hund spazieren.

Die polnischen Landschaften haben sein Herz erobert. Das Einzige, was ihn in Polen ärgert, ist die allgegenwärtige Unpünktlichkeit. Er findet auch, dass die Einwohner von Kielce ein wenig zu verschlossen seien und Angst haben, neue Freunde zu finden. Ihm fehlt die seiner Meinung nach für Deutschland typische Gepflogenheit, etwa einfach so mit Fremden auf der Straße zu plaudern. Außerdem ist er der Ansicht, dass der öffentliche Verkehr noch immer unterentwickelt ist. „Die Busse sind sehr überfüllt, fahren selten und sind offensichtlich nicht zu stoppen“.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Stadt ihren Charme hat. In Kielce und Umgebung gibt es viele Orte, an denen man sich sowohl ausruhen als auch aktiv seine Zeit verbringen kann, z. B. Święta Katarzyna , Jaskinia Raj oder Chęciny, wo er zuletzt mit seiner Familie war. Am Ende des Gesprächs sagte er, dass Kielce ein großartiger Ort für das Rentnerleben sei.

Das Treffen hat einen großen Eindruck auf uns gemacht. Wir sind froh, dass unsere Stadt bei Ausländern beliebt ist und sie sich hier sicher fühlen. Wir hoffen, dass in den nächsten Jahren mehr Deutsche zu uns kommen, mit denen wir eine Zusammenarbeit aufbauen können und dass die Menschen in Kielce offener werden.

Katarzyna Borycka, Marta Chaba, Aleksandra Dubiel

Unesco-Welterbe: Spuren neolithischer Besiedlung – Krzemionki Opatowskie, das größte Feuersteinbergwerk in Europa

Das Neolithikum (Jungsteinzeit) ist die letzte Epoche, in der der Mensch seßhaft wurde. Erstmals baute er Pflanzen an und betätigte sich als Hirte. Und erstmals baute er feste, permanente Siedlungen. Der Übergang vom Nomadenleben zur Sesshaftigkeit wurde als,neolithische Revolution‘ bezeichnet. Es begann ein fulminanter Entwicklungsschub: Die Menschen entwickelten neue Steinbearbeitungstechniken, z. B. Bohren, und dadurch auch viele neue Steingeräte, wie Steinbeile.

Das besterhaltene Beispiel dieser Periode in unserer Woiwodschaft ist das Reservat, das sich in der Nähe von Ostrowiec Świętokrzyski befindet, nämlich Krzemionki Opatowskie. Hier haben vor fünftausend Jahren Menschen zum allerersten Mal angefangen, Feuersteine herzustellen, die als Gold und Stahl des Neolithikums bezeichnet werden.

Krzemionki war das größte Feuersteinbergwerk in Europa. Die Feuersteingewinnung begann etwa 3900 v. Chr. und dauerte bis etwa 1600 v. Chr. Der gestreifte Feuerstein wurde über eine Entfernung von bis zu 660 Kilometer exportiert. Die beliebtesten Produkte, die Leute aus diesem Material herstellten, waren tetraedrische Äxte und Meißel.


Foto: https://pl.wikipedia.org/wiki/Plik:Krzemionki_20150519_6519.jpg

Danach kam es zu einem Kulturbruch und dieses Gebiet wurde allmählich von Wäldern überwuchert. Dadurch wurden die Spuren der Vorgeschichte jedoch bewahrt. Erst 1913 gründete man das Dorf Krzemionki und in dieser Zeit wurden Waldrodungen durchgeführt, was zur Entdeckung der neolithischen Funde führte, die dann ausgegraben wurden. Die Feuersteinminen an diesem Ort wurden 1922 vom Geologen Jan Samsonowicz entdeckt.

An diesem Ort wurden mit der Zeit das geologische Museum, sowie die Rekonstruktion einer neolithischen Siedlung errichtet. Die touristische Route in Krzemionki beträgt ca. 1,5 Kilometer und präsentiert Bergwerke, die sich bis heute gut erhalten haben. Über die Vergangenheit der Bergwerke erzählt die Ausstellung, die sich im Museum befindet.

In den Ausstellungspavillons kann man die Rekonstruktion der frühen Bergarbeitersiedlung und der Feuersteinwerkstatt sowie den überdachten Schacht sehen, die über 5. 000 Jahren alt sind. Darüber hinaus können Touristen die rekonstruierte neolithische Siedlung besuchen. Diese Rekonstruktion wurde 1991 erbaut. Die Siedlung besteht aus 4 Hütten, die anhand der Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen konstruiert wurden. Wenn man sie betrachtet, kann man sich das Leben und die Gesellschaft der Menschen aus dieser Epoche in ihren Siedlungen vorstellen.


Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Krzemionki.JPG

Im westlichen Teil dieser Siedlung befindet sich ein rekonstruiertes neolithisches Grab. Es ist ein Fragment des weiteren, seit ein paar Jahren realisierten Rekonstruktionssektors – des Friedhofs. Dieser Friedhof spiegelt die religiösen Vorstellungen und Rituale der Menschen wider, die das Gebiet des heutigen Polen vor ca. 5500-4000 Jahren bewohnten.

Die Touristen, die Krzemionki besuchen, haben eine einmalige Gelegenheit, einen Ort zu entdecken, an dem ihre neolithische Vorfahren gelebt haben. Überdies gibt es Exponate zu den Metallen, die zum Feuererzeugen genutzt wurden und die schon vor viele Jahrmillionen die Landschaft des Swietokrzyskie-Gebirges geprägt haben. Darum gilt Krzemionki als besonderer Ort sowohl zur Erkundung der Menschheitsgeschichte, als auch der GeologieAufgrund des großen geologischen Werts von Krzemionki wurde dieses Reservat als Denkmal der Geschichte anerkannt und 2019 in die UNESCO-Liste des Welterbes eingetragen.

Magdalena Janus, Natalia Krzysiek, Karolina Kaleta, Lucyna Niedziela, Daniel Miciniak

Das Jan Czarnocki-Georeservat

ist ein Naturschutzgebiet, das 1952 etabliert wurde. Es ist das kleinste Naturschutzgebiet in Kielce. Zum Zeitpunkt der Gründung des Reservats lag es weit außerhalb der Stadtgrenzen, heute befindet es sich in einem großen Wohngebiet. Das Reservat ist ein ehemaliger Steinbruch, der sich im westlichen Teil der Stadt auf dem Gebiet des Berges Ślichowica (303 Meter über dem Meeresspiegel) befindet. Es ist nach Jan Czarnocki benannt, einem Geologen und Forscher des Heiligkreuzgebirges, der Maßnahmen zum Schutz dieses Steinbruchs ergriffen hat.

Ziel war es vor allem, die besonderen Felsvorsprünge mit ihren freiliegenden tektonischen Formgebungen im charakteristischen und ausgeprägten Kalksteinfelsen zu erhalten. Ziel war es auch, Kräuter und Ufergehölz, wie die Zwerg-Kirsche, Wildrosenbüsche oder Berberitzen zu retten. Beim zentralen Teil des Steinbruchs handelt es sich um eine geologische Falte – die einzige so prächtige und so gut sichtbare ihrer Art in Polen. Es ist ein streng geschütztes Gebiet und es ist verboten, hier nach Fossilien zu graben.

Katarzyna Wołczyk, Ewelina Słowińska, Joanna Wrzoskiewicz


Foto von Ewelina Słowińska

Wietrznia

Die Wietrznia ist ein Reservat im Kadzielniańskie-Höhenzugs, gelegen im Ostteil von Kielce. Es handelt sich um das größte geologische Schutzgebiet in Kielce, das durch Erzabbau in der Vergangenheit heute eine längliche, schluchtartige Gestalt hat. Zum Reservat gehören die miteinander verbundenen Abbaugebiete Wietrznia, Międzygórz und Międzygórz Wschodni, von insgesamt etwa 800 m Länge.
Das etwa 100 m lange Vertikalprofil zeichnet die Entwicklungsgeschichte des Meeres seit dem Ende des Mitteldevon und fast des gesamten Oberdevon, also vor 365-386 Millionen Jahren, nach. Es ist gleichzeitig eine der größten freigelegten geologischen Formationen aus dieser Zeit in Polen. Die hier vorherrschenden dickbankigen Sedimente entstanden in einem warmen Meeresbecken, in der flachen Schelfzone, etwas tiefer als die dann direkt an das Riff angrenzende Kadzielnia-Region. Die Felswände werden von Kalkstein aus Korallenresten dominiert, die von nahe gelegenen stromatischen Korallenriffen mitgebracht wurden. Bisher unbekannt Arten von Korallen aus dem späten Devon wurden hier erstmals gefunden.

Der bedeutende Wert des Objekts hat dazu geführt, dass man sich für die Ansiedlung eines Geoedukationszentrums entschieden hat. Das vom Geopark Kielce betriebene Objekt wird zu einem Ort der Dauer- und Wechselausstellungen zu geologischen Themen sowie ein Ort für thematische Workshops, Vorträge, Shows und wissenschaftliche Treffen entwickelt.

Katarzyna Wołczyk, Ewelina Słowińska, Joanna Wrzoskiewicz

Kadzielnia

Die Kadzielnia ist ein Hügel im südlichen Teil von Kielce. Die hier freigelegten Felsen sind Kalksteine aus der jüngeren Epochen des Devon, dem sogenannten Frasnium und Famennium. Diese geologischen Strukturen sind vor 369-383 Millionen Jahren entstanden! Sie sind so außergewöhnlich, dass sie in der geologischen Literatur als „Kadzielnia-Kalkstein“ bezeichnet werden. Im Oberdevon befand sich das Kadzielnia-Gelände in der äquatorialen Zone, in einem warmen und tropischen Meer. Diese Felsen sind daher als Korallenriffen entstanden. Mithin kann man hier Fossilien von Korallentieren, Schnecken, Kopffüßern und Armfüßern finden. Oberhalb des Kalksteins befindet sich ein jüngerer Gesteinskomplex aus Mergel- und Schieferntonstein, in dem u. a. die Überreste von Fischen gefunden wurden.

Ein großer Teil des Kadzielnia-Hügels wurde in den vergangenen Jahrhunderten abgetragen. Heutzutage ist der zentrale Teil des Steinbruchs mit dem sogenannten „Geologenstein“ („Skałka Geologów“ ) ein Naturschutzgebiet. In den Abbauhohlräumen des alten Steinbruchs sind Fragmente von 14 Höhlen erhalten geblieben. Die längste von ihnen ist etwa 150 m lang.

Bemerkenswert ist auch das moderne in eine Felswand gehauene Amphitheater-Kadzielnia – die einzige Konstruktion dieser Art in Polen. Hier finden Konzerte statt – es ist aber auch ein ideales stadtnahes Gebiet für Spaziergänge.

Katarzyna Wołczyk, Ewelina Słowińska, Joanna Wrzoskiewicz


Foto von Ewelina Słowińska

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Erinnerungen mit Leidenschaft

In diesem Jahr feiert Deutschland den 30. Jahrestag der friedlichen Revolution und des Falls der Berliner Mauer. Aus diesem Anlass organisierten Vertreter der Jan-Kochanowski Universität in Kielce, Donata Wójcik und Ralph Arzt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und der Kielcer Stadtverwaltung vom 13. bis 15. November drei Tage lang Unterrichts- und Gedenkveranstaltungen für Studierende und Schüler der Region. Die Feierlichkeiten begannen mit einem deutschen Film, „Russendisko“, der die Geschichte von jungen Menschen erzählt, die kurz nach dem Mauerfall aus Moskau nach Deutschland kamen.

Am Abend desselben Tages fand im Schloss Zieliński in Kielce ein Treffen unter dem Titel ,,Auf den Spuren der Deutschen in Kielce‘‘ statt. An diesem Treffen nahmen hauptsächlich Vertreter von Kielcer Organisationen und Unternehmen teil, die mit den Deutschen zusammenarbeiten.

Die folgenden Tage brachten viele Ereignisse und Persönlichkeiten nach Kielce, wie z. B. die Gdańsker Generalkonsulin Cornelia Pieper, Vertreterinnen und Vertreter der Jan-Kochanowski Universität, in Kielce lebende Deutsche, für die Zusammenarbeit mit dem Ausland zuständige Kommunalbeamte und viele andere. Sie sprachen über ihre Erinnerungen an den 9. November 1989. Die Veranstaltung wurde ,,Stammtisch‘‘ genannt und fand im Schloss Zieliński statt.

Zuzanna Jamróz, Weronika Omasta, Wiktoria Rachtan